Aktives Pandemiemanagement in der EFiS AG

Corona ist nicht die erste Pandemie, der wir uns in unserer Firmengeschichte stellen müssen. Gerade die Jahre 2003/2004 und 2009 waren für uns durch die Vogel- und die Schweinegrippe geprägt. Als Prävention erweiterten wir die damaligen Standorte um einen zusätzlichen in Zella (Rhön). Die vollwertigen und ausreichenden Ausweicharbeitsplätze wurden ergänzt um ein geo-redundantes Rechenzentrum. Das dazugehörige Hotel rundet die Nutzbarkeit als völlig autarken Standort ab.

Als systemrelevantes Unternehmen besteht aktuell leider nur eingeschränkt die Möglichkeit, alle Mitarbeiter und Tätigkeiten in Homeoffice Arbeitsplätze zu übertragen. Neben den streng im Unternehmen einzuhaltenden AHA-Regeln (Abstand / Hygiene / Atemmaske) besteht die freiwillige Nutzung der Corona-App.  Für die ergänzende L Regel (Lüften) haben wir für unser Unternehmen eine technische Unterstützung zur Einhaltung entwickelt.

Basierend auf der Bachelorarbeit „Bau einer Funksensoranlage zur Messung und Auswertung von Innenraumluft“ eines ehem. Studenten und heutigem Mitarbeiter sind wir gemeinsam mit ihm die Entwicklung von CO2-Sensoren angegangen. Diese Sensoren messen in unseren Büros das darin befindliche Kohlendioxid, das aus der Ausatemluft der Personen, die sich in dem jeweiligen Raum aufhalten, stammt.

Wie der Umwelt Campus Birkenfeld im Dezember 2020 veröffentlichte, bietet die CO2-Messung eine kostengünstige Lösung zur Einordnung des aktuellen Risikos durch potentiell infektiöse Aerosole. Befinden wir uns mit mehreren Personen in einem Raum, so liefert die Messung der CO2-Konzentration ein Maß dafür, wieviel Prozent der von uns eingeatmeten Luft aus bereits geatmeter Luft besteht. Ein Risikofaktor ist sicher die Anzahl von weiteren Personen im selben Raum, das lokale Pandemiegeschehen und die Strömung der Luft. Insgesamt gilt natürlich: Ist keine der im Raum befindlichen Personen infiziert, so besteht auch bei hohen Konzentrationen kein Infektionsrisiko.

Seit Installation der CO2-Sensoren ist deren Akzeptanz bei den Mitarbeitern gegeben. Das mehrmals tägliche Ablesen der CO2-Konzentration ist meist eingelagert in eine kleine Wettrunde über die Höhe des aktuellen CO2-Wertes. Neben diesem durchaus positiven Effekt auf die Teamstimmung haben wir auch einen nachhaltigen Effekt auf die Heizkosten feststellen können. Nicht mehr das frühere Lüften nach starren Uhrzeiten oder sogar arbeiten mit gänzlich offenem Fenster und eingeschalteter Heizung, sondern das Lüften nach Bedarf auf Basis des CO2-Wertes hat zu einer Reduzierung der Heizkosten und somit auch zum Klimaschutz geführt.

Autoren: Alexander Ochs, Helmut Kredel