Aktuelles aus dem Zahlungsverkehr

91. Usermeeting – Gemeinsam erfolgreich die Zukunft gestalten

Am 7. März dieses Jahres fanden sich die Vertreter aus der Finanzbranche in Dreieich zusammen, um die Usermeeting-Reihe für dieses Jahr einzuläuten.

Eröffnet wurde das Branchentreffen durch Herrn Uwe Klatt der Paymentgroup International, welcher zunächst die Neuerungen innerhalb der Holding, wie die Umfirmierung der EFiS, darstellte. Anknüpfend daran wurden die Produktentwicklungen der Unternehmensgruppe von Herrn Torsten Martiner und Herrn Sadri Syla vorgestellt. Es wurden die Themen 2-Faktor-Authentifizierung für einen Log-In mit einer Token-Software, der BACS-Anschluss mit der Umsetzung EBICS und die Fortschritte bei Instant Payments (wie die EBA-RT1-Anbindung, aktuell bei EFiS im Test) erläutert. Als Ausblick auf die kommenden zwei Quartale wurden Themen wie die Weiterentwicklung der Token-Technologie, das SWIFT Standards Release 2018 und die Entwicklung von EBICS 3.0 angesprochen. Für das SWIFT Release 7.2 und EBICS 3.0 sind ZV-Wochen seitens der Paymentgroup International angedacht.

Der nächste Abschnitt der Veranstaltung war ein Update seitens der Deutschen Bundesbank. Hier präsentierte Herr Daniel Ferchland die aktuellen Entwicklungen im Zahlungsverkehr mit dem Augenmerk auf TIPS. Das TARGET Instant Payment Settlement bleibt in den ersten zwei Jahren nach dem Go-Live frei von Eintrittskosten, Fixkosten und TIPS-Kontoführungsgebühren, es fällt lediglich ein Transaktionsentgelt in Höhe von 0,002 Euro pro Transaktion an. Die Betriebsaufnahme von TIPS ist auf November 2018 datiert. Als Network Service Provider sind derzeit SWIFT, SIA und EFiS gelistet, die Möglichkeit der Zertifizierung endet Ende März. Die Betriebsaufnahme von TIPS wird mit zwei Rechenzentren in Italien starten, gehostet von der Banca d´Italia.

Nach der Mittagspause folgte ein Einblick in die derzeitigen Themen des SWIFT Service Bureaus der EFiS, präsentiert durch Herrn Kai Marzenell. Der Schwerpunkt lag hier auf dem SWIFT Release 7.2, welches die SWIFT-Teilnehmer mit neuen und strengeren Anforderungen konfrontiert. In Kürze wird hier die Testumgebung in der Schweiz auf das Release umgestellt, gefolgt von dem Go-Live in der Schweiz, sofern die Testphase keine Komplikationen aufweist. Das Go-Live in Deutschland ist für die 20. Kalenderwoche geplant. Das SWIFT Release 7.2 und weitere Themen, wie der Status des Jump Servers, werden im Rahmen von Kundenworkshops vor dem Go-Live des Releases in Deutschland thematisiert.

Für weiteren Input sorgte daraufhin Herr Thomas Egner von der EBA European Banking Association. Er zeigte mit seinem Vortrag „Open API Banking“ die Schritte von der API zum Open Banking auf, welche Infrastruktur hier implementiert wird und wie sich die Rollenverteilung der Teilnehmer zukünftig gestaltet. Zudem rückte hier durch das RT1-Update die Thematik rund um Instant Payments wieder in den Vordergrund. Bisher werden im Durchschnitt 10.000 Zahlungen pro Tag über RT1 abgewickelt, vorwiegend im „Family & Friends“-Umfeld. Es wird ein durchschnittlicher Geldbetrag von 600 Euro zwischen zwei Konten ausgetauscht und die Übermittlung erfolgt in über 95% aller Fälle in weniger als 3 Sekunden. Ebenfalls sind die Akteure im B2B-Sektor an den Echtzeitzahlungen interessiert. Problematisch könnte hier der mögliche Höchstbetrag von 15.000 Euro pro Transaktion werden, sofern sich Instant Payments zum „New Normal“ entwickelt.

Um die Wahrung der Sicherheit nicht außer Acht zu lassen, erläuterte Herr Werner Parr von der EFiS die aktuellen Gefahren, welche sich durch Hacker-Angriffe ergeben und beispielsweise Einfluss auf die Übermittlung von SWIFT-Nachrichten nehmen können. Ferner stellte er die Inhalte der Europäischen Datenschutzgrundverordnung dar, welche ab dem 25. Mai 2018 anzuwenden ist und die Unternehmen mit strengen Anforderungen und Bußgeldern bei Nicht-Einhaltung der Vorschriften konfrontiert. Die EFiS entwickelte zur Erhöhung der Sicherheit die BioTAN: eine Technologie, die das Eingabe-Verhalten auf der Tastatur des Nutzers analysiert und demzufolge die Gefahr des Zugangs für nicht berechtigte Personen minimieren soll. Herr Parr rundete seinen Vortrag mit der Empfehlung der Installation der Sicherheits-App „SiBa“ ab, welche aktuelle Risiken im Internet aufzeigt und somit die Sicherheit für Privatanwender und Unternehmen erhöhen soll.

Abschließend referierte Herr Roy Herrmann von der Paymentgroup International über die ersten Erfahrungen mit SEPA Instant Payments und zeigte hier auf, welche Prozesse auf technischer, fachlicher sowie vertraglicher Ebene bereits im Gange sind. Somit wurde beispielsweise eine Schnittstelle zwischen RT1 und dem Kunden durch die Paymentgroup International geschaffen, ein Transport von Zahlungen und weiteren Informationen zwischen EBA und Kunden ist bereits möglich, und das Instant Payment Framework wurde entwickelt. Da die Bank eine Kommunikationshoheit wahren möchte, wird die Paymentgroup International Pull-Nachrichten einbinden.

Wir möchten uns an dieser Stelle für einen spannenden Tag und interessante Vorträge, angereichert mit einer Flut an relevanten Informationen, bedanken. Dieser Austausch wird als Garant für eine positive zukünftige Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern dienen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein Wiedersehen bei unserem 92. Usermeeting am 06. Juni 2018.

Gerne stellen wir die gewünschten Vorträge zur Verfügung. Senden Sie hierfür bitte eine E-Mail an: usermeeting@paymentgroup.de.