Aktuelles aus dem Zahlungsverkehr

2. Instant Payments Praxistag

Mehr als 100 Wissbegierige informierten sich am 10.04.2018 auf dem 2. Instant Payments Praxistag über Umsetzungen und Lösungsszenarien von Instant Payments. Damit setzte die Paymentgroup International die Veranstaltungsreihe „Praxistag“ erfolgreich weiter. Wie auch schon beim 1. Praxistag waren die Resonanz und das Feedback der Teilnehmer äußerst positiv.

Den Beginn machte Uwe Klatt, CEO der Paymentgroup International, mit einer kurzen Begrüßung und gab dann die Bühne frei für den Impulsvortrag von Matthias Schmudde (Deutsche Bundesbank). Die Kernaussage, dass Instant Payments zum „new normal“ werden, sieht er einhergehend mit der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen durch Instant Payments. Bereits in einem Jahr werde man im Businessbereich mit Instant Payments bezahlen können. Er sieht hier eine Entwicklung aus dem Zeitalter von DTA über SEPA hin zu SEPA Instant.

Anke Brummack (Otto GmbH & Co. KG) wies in ihrem Vortrag „Instant Payments – Neue Realtime-Prozesse für das schnelle Geld“ darauf hin, dass der Kunde nur einen Klick entfernt sei – jedoch steht er komplexen und schwerfälligen Prozessen nicht wirklich tolerant gegenüber. Das Kundenkonto werde instant aktualisiert, denn Geschwindigkeit und Sicherheit seien bei Instant Payments entscheidend. Otto GmbH & Co. KG hat sich bereits frühzeitig mit Instant Payments beschäftigt, da Auswirkungen sowohl auf das operative Geschäft als auch auf zentrale und dezentrale Zahlungsverkehrsprozesse erkennbar waren. Frau Brummack setzte mit den Hashtags #speed, #safe, #newexperience, #active und #fintechs die zeitgemäßen Schlagworte, die das neue Echtzeit-Prozesse-Gefühl sehr prägnant beschreiben.

Nach einer kurzen Pause referierte Dr. Ernst Stahl (ibi research) über die Bedeutung von Instant Payments für Handel & Banken. Belegt durch Kundenbefragungen erkennt Dr. Stahl eindeutig in der aktuellen Zeit die Chance für Banken und Handel, gemeinsame und nutzergezielte Lösungen zu erarbeiten. Instant Payments als mögliche Alternative für die zur Zeit präferierten Zahlungsmethoden stuft er gerade aus dem Aspekt der Gutschriftsgarantie als eine bessere Zahlungsmöglichkeit ein. Weiter ging Dr. Ernst Stahl auf das „Magische Dreieck der Anforderungen an Zahlungsverfahren“ ein. Die Zielgrößen dieses Dreiecks sind Akzeptanz & Komfort, Sicherheit sowie Kosten, die aus Kunden- und Händlersicht möglichst niedrig sein sollen. Es sei wichtig, dass Instant Payments qualitativ nicht schlechter als Bargeldzahlung sein dürfen.

Peter Reich (POSPartner) präsentierte in seinem Vortrag zur „Kassenanbindung an Instant Payments inklusive Live-Demo“ händlerbasiertes Instant Payments am Point of Sale (HIPPOS). Der Zahlvorgang am POS wird in wenigen Sekunden abgehandelt. Weitergehend wird keine originale IBAN übertragen, lediglich eine Referenznummer, durch die die Kontoinformationen tokenisiert sind. Im Vergleich zur OLV-Zahlung stellte Peter Reich fest, dass Instant Payments mindestens genauso schnell sei – wenn nicht sogar schneller.

Zum Thema „PSD2TAC – Ein Push-Message basiertes, PSD2-konformes Verfahren zur Freigabe von Instant Payments Zahlungen“ hat Jochen Krause (Inoopract Informationssysteme GmbH) referiert. Schwerpunkt hierbei war der sichere Zwei-Faktor-Authentifizierungsprozess nach PSD2. Der Kunde müsse demnach stark authentifiziert werden, wie beispielsweise durch Face ID oder Fingerprint.

Sadri Syla und Dwayne Smith (Paymentgroup International) verdeutlichten in ihrem anschließenden Vortrag, wie PSD2 und Instant Payments die Zukunft des Bankwesens gestalten können. Hierbei präsentierten sie in einer Live-Demo die Nutzungsmöglichkeit einer Instant Payment am Beispiel eines Kaffeeautomaten. Durch die Kaffeeauswahl wird ein Bezahlvorgang initiiert, der einen Zahlungseingang des entsprechenden Gegenwertes auf dem Bankkonto des Automatenbetreibers zur Folge hat. Die Empfängerbank gibt eine Empfangsbestätigung an den jeweiligen Kaffeeautomaten. Der komplette Prozess läuft „instant“, damit wartet der Kunden genauso lang auf seinen Kaffee, wie auch mit heutigen Zahlungsmethoden. Die Initiierung der Zahlung erfolgt durch die EFiS-eigene App „iFips“, wobei die Verbindung von Kaffeeautomaten zu Auslöser-App mit den Verbindungsstandards NFC und Bluetooth erfolgt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen alle Referenten erneut zusammen und durchleuchteten die verschiedenen Aspekte und Anforderungen an Instant Payments im Dialog. Schlussendlich resümierte Uwe Klatt einen erfolgreichen Praxistag mit spannenden Vorträgen und freut sich bereits jetzt auf den nächsten Instant Payments Praxistag.

Haben Sie Interesse an weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema? Dann senden Sie uns eine kurze E-Mail an instantpayments@paymentgroup.de

Hier ein paar Impressionen: